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Jüngerschaft leben

die kleine Gemeinde an der Frage: Losgehen oder nicht? Es kam zu keiner Einheit. Der einzige Erfolg der Bemühungen bestand darin, dass man nichts tat. Es war ein frustrierendes Erlebnis. Einige Zeit später wurde die Gemeinde vom Gemeindeverband aufgegeben.

Dieses Erleben hat mich in doppelter Hinsicht geprägt. Mich hatte die Begleitung durch den Gemeindeberater so motiviert, dass ich später selbst eine Weiterbildung in diese Richtung gemacht habe. Ich möchte Gemeinden dabei helfen, dass sie auf den Auftrag unseres Herrn Jesus hören und wieder aktiv werden. 

Darüber hinaus ist mir das Eine klar geworden: Jeder Jünger Jesu und erst recht jede Gemeinde Jesu hat nur dann eine Existenzberechtigung, wenn sie auf das Wort ihres Herrn hört und es dann im Gehorsam tut. 

Unser Auftrag lautet kurz und bündig: Geh hin zu den Menschen, informiere sie über Jesus und leite sie zur Nachfolge an! 

Es gibt immer noch viel zu viele Jünger und Gemeinden, die das zwar hören, aber nicht mehr tun.

Das war bereits zur Zeit des Alten Testaments ein Thema. Mit klaren Worten warnten die Propheten: „Wenn ihr nicht auf Gott hört, dann seid ihr verloren!“ Das Volk hörte es, gehorchte aber immer weniger. Letztlich verlor sich das Volk Israel über Hunderte von Jahren unter allen anderen Völkern weltweit.

Auch die Kirchengeschichte macht deutlich, dass Jünger Jesu unverändert mit diesem Problem zu kämpfen haben. So gibt es keine der Gemeinden in Kleinasien mehr, die Jesus in den Sendschreiben der Offenbarung aufgefordert hatte: „Wer Ohren hat, der höre!“  Sie sind alle von der Landkarte verschwunden. 

Im Buch Jesaja, Kapitel 50, Vers 5 wird uns dagegen ein positives Beispiel genannt. Dort lesen wir:
„Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück.“

Im unmittelbaren Zusammenhang wird deutlich: Dieses Hören hat nichts mit einem hohen Spaßfaktor zu tun. Viel zu oft ist dieses Hören und Tun des Auftrags Gottes mit Leiden und mit Schweiß verbunden. Darum fällt dieses Tun ja oft so schwer.

Wie es trotzdem gehen kann, hat uns Jesus Christus persönlich vorgelebt. Er hat sein Ohr für den Vater im Himmel geöffnet und dann ohne Rücksicht auf eigene Nachteile seinen Auftrag gelebt.

Diesen Auftrag hat er an seine Jünger weitergegeben. Jeder, der Ja zum Leben in der Nachfolge Jesu gesagt hat, hat Jesus Christus zum Herrn und damit zum Bestimmer über sein Leben gemacht. Damit ist genau dieses Bibelwort das, was wir in der Nachfolge sagen sollen: „Gott hat zu mir geredet. Darum bin ich nicht ungehorsam und halte allen Anfechtungen stand!“

Das kann sehr herausfordernd, aber auch unglaublich wunderbar sein. In einer anderen Gemeinde erlebte ich es, wie sie sich ebenso der Frage stellte, was Gottes Auftrag für sie sei. Am Ende stand ein viel zu großes Projekt im Raum, bei dem sich jeder fragte: WIE sollen wir das schaffen?

Doch diese Gemeinde stellte sich der Herausforderung: „Wenn dieser Auftrag von Gott ist, dann wird er auch alles geben, was dazu nötig ist!“ Nach mehreren Monaten Beten und Warten schenkte der Herr das fehlende Geld und die dafür nötige Person.

Mich motiviert dieses Erleben bis heute. Darum: Nicht auf das zu sehen, was wir alles nicht haben, sondern auf das, was Jesus mit und durch uns tun will. Und dann loslegen und gespannt sein, was der HERR durch unseren Gehorsam alles bewegen wird.

 

Erstellt für die ERF-Senderreihe "Wort zum Tag"

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