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Frage: Ab wann kann man mit Wundern rechnen? Warum hilft Jesus nicht immer? Müssen alle Sünden erst vor einer Heilung beseitigt werden ehe man ein Wunder erleben kann. Es beten so viele für mich, aber bis jetzt ist noch nichts geschehen...
Aus Deinen Zeilen scheint mir eine Menge Frust und Enttäuschung entgegen zu kommen. Frust, darüber,
dass Du bislang kein Wunder, keine Heilung erfahren ast. Das kann ich verstehen - denn wenn man in so einer medizinisch hoffnungslosen Lage drin ist, steigert sich der Wunsch nach einem Wunder fast zwangsläufig. Ich weiß auch, dass ich als zur Zeit Gesunder vielleicht leichter darüber schreiben kann, als in einem Moment, in dem man mitten drin steckt. So etwas haben wir im letzten Sommer in unserer Familie einmal relebt, als wir auch nicht wussten, wie eine Krankheit ausgehen würde. Doch darum ist es wichtig zwischen Gefühl auf der einen Seite - und den Fakten auf der anderen Seite zu unterscheiden. Fakten sind dabei die Aussagen, die ott zum Thema Wunder und Heilung macht und auch was er in diesem usammenhang zur Rolle der Sünde uns wissen lässt. 1. Es gibt kein Recht auf Heilung Krankheit ist Bestandteil der gefallenen Welt. Seit dem Sündenfall leben wir in keinen vollkommenen Zustand mehr, Krankheit und Tod gehören seither zum enschlichen Leben - sie machen auch vor Christen nicht halt. In den Evangelien ist sehr oft davon die Rede, dass Jesus viele Menschen underbar geheilt hat. Daraus kann der Eindruck entstehen, dass Jesus alle ranken gesund gemacht hat und dass dies das Ziel seines Lebens gewesen wäre. Bei näherem Hinsehen muss man jedoch feststellen: * Jesus ging es NIE darum, alle Krankheiten zu heilen, sondern immer um alle Sünden zu heilen, um Menschen vor dem ewigen Tod zu erretten. Darum hat er ei den meisten Wundern, von denen uns die Evangelien berichten, erst die Sünden vergeben und danach - sozusagen als Bestätigung seiner Macht zur Vergebung - auch geheilt. (z.B. Lukas 5,20). * Dass es Jesus nicht darum ging, möglichst viele Menschen körperlich gesund zu machen, wird für mcih bei der Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda (Johannes 5,1-18) am deutlichsten: Jesus geht dort zielstrebig auf einen Menschen zu, heilt ihn - und lässt Hunderte von Kranken am Teich liegen, ohne sie wie den einen zu heilen. Im Tempel trifft er später erneut auf diesen geheilten Mann und sagt: "Sündige nicht mehr, damit dir nichts Schlimmeres als deine Krankheit widerfährt." Johannes 5,14 Mit anderen Worten: "Pass auf, dass du über dem Glück deiner Heilung nicht das ewige Leben verlierst!" was in Jesu Augen entscheidender ist. Natürlich dürfen wir Jesus um Gesundheit bitten, wie wir alles mit ihm bereden können. Doch auch für unsere Krankheiten gilt: sein Wille geschehe! Wenn wir (mit)erleben, dass Jesus einen Menschen wunderbar heilt, ist das Grund, ihn anzubeten. Tut er es nicht, ist dies kein Grund, sich schmollend der protestierend zurück zuziehen. 2. Sünde und ihre Rolle bei Krankheit Einmal wurde Jesus von seinen Jüngern konkret gefragt, welche Rolle die Sünde eines Mannes oder seiner Familie auf seine Blindheit habe. Jesu klare Antwort lautete: keine (Joh. 9,2+3) Auf der anderen Seite heißt es im Jakobusbrief, dass wir einander unsere Sünden bekennem sollen um heil zu werden. Jak 5,16 Und schließlich hat Paulus selber viel um Heilung gebetet und letztlich von Gott als Antwort bekommen: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne. (2. Kor 12,7) Daraus können wir schließen, dass Krankheit keinen ursächlichen Zusammenhang mit Sünde haben muss. Mit anderen Worten: wer sündigt kann krank werden, muss es aber nicht. Ebenfalls können wir daraus schließen, dass Vergebung nicht die Garantie für ein gesundes Leben ist. Ich denke schon, dass wir Gott nicht um körperliche Heilung bitten brauchen, wenn wir das ewige Heil (Vergebung und leben nach seinem Willen) ablehnen. In diesem Zusammenhang verstehe ich die Aussage von Jakobus. Auf der anderen Seite dürfen wir aber auch für das Erbarmen Gottes bitten. Ich finde es dabei aber als ganz entscheidend, ob ich auch ein Ja zu meiner Krankheit habe. Wenn wir in allem Bitten sollen: "Dein Wille geschehe", kann ich Jesus nur um Gesundheit bitten, wenn ich auch die Krankheit als von ihm zugelassen trage und so in seiner Kraft auch ertrage. Wir leben zur Zeit in einem Umfeld, in dem man schön (faltenfrei), jung (forever18), und immer mobil (gesund) sein muss, um dem zu entsprechen, was die Werbung uns vorgauckelt. In so einer Welt ist kein Platz für Alte, Kranke, Behinderte. Aber diese Welt ist nicht Gottes Welt. Ja, Gott leidet unter unserer Krankheit mit - aber er hat nicht versprochen, uns alle in dieser Welt gesund zu machen, sondern uns alle heil durch dieses Leben zu bringen. Danach wird er persönlich dann alle Tränen trocknen (Offenb. 21,4), es wird keine Trauer, kein Leid, keinen Tod mehr geben. Dieses ewige Heil schenkt Jesus uns heute schon. Das haben wir sicher - wenn wir Kinder Gottes sind. Auf der anderen Seite hat Jesus uns den Auftrag gegeben, sein Heil, seine Vergebung auch anderen weiterzugeben. Das ist der Grund warum wir noch in dieser Welt sind. Und um diesen Auftrag wahrnehmen zu können, braucht Jesus uns mit unserem ganzen Sein: mit unserer Geschichte, mit unseren Erfolgen und Versagen, aber auch mit unserer Krankheit und Gesundheit. Ich erlebe es immer wieder, wie mir persönlich schwere Zeiten zu einem Gewinn werden, wenn es darum geht, anderen Menschen weiterzuhelfen, sie verstehen zu können. Viele meiner Äußerungen und Reaktionen haben sich geändert, wenn ich ähnliches selbst erlebt habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass Jesus auch Dich in Deiner Krankheit gerade für solche Menschen braucht, denen es ähnlich geht. Menschen, denen ein Gesunder viel erzählen kann, weil die nicht mitfühlen können. Aber wenn Du von Deinem Glauben und Deiner Hoffnung erzählen kannst, von dem Wissen, einmal ohne jede Krankheit die Ewigkeit bei Jesus zu sein, ist das einfach etwas anderes. Er gibt Menschen, bei denen kannst nur Du das so sagen, wenn Du durch Deine persönliche Geschichte da einen Zugang finden kannst. Damit bin ich bei Deiner Bitte angekommen, "helft mir, wie ich damit umgehen kann". Sage Ja zu Deiner Krankheit! Wenn es stimmt, dass wirklich alles uns zum Besten dient, dann auch Krankheiten und Leiden. Das finde ich grässlich, wenn man drin steckt - aber aus Leiden erwächst die Herrlichkeit: Jak 1,12 Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. Der Wunsch nach Gesundheit kann für Dich so eine massive Anfechtung sein. Satan flüstert Dir vielleicht ins Ohr: Du wirst nicht gesund, weil du gesündigt hast, oder weil Jesus nicht zufrieden mit Dir ist, oder weil Du nicht genug getan, gebetet, ....... hast. Indem er das tut, wird er Dir zu Anfechtung - einer Anfechtung der Du Dich stellen darfst und musst - in der Gewissheit, dass Jesus stärker und bei Dir ist . Wenn Du ehrlich vor Jesus lebst, wird der Heilge Geist zeigen, ob es noch Dinge gibt, die noch zu breinigen sind. Dann heißt es, dass auch zu tun. Aber dafür musst Du nicht ständig deinen geistlichen Puls messen, ob da noch alles im Lot ist. Wenn das alles stimmt - und davon bin ich überzeugt -, "machen wir unser Kreuz und Leid, nur größer durch die Traurigkeit", wie es in einer Liedstrophe zum Ausdruck kommt. Wenn wir uns nur noch um uns, unsere Krankheit unsere Hoffnungslosigkeit drehen, lassen wir uns auch noch des letzten Funkens der Freude, der Hoffnung und des Segens berauben, den Jesus uns schenken möchte. Fazit: Du darfst natürlich Gott weiterhin um eine Wunder bitten - aber mach es nicht zur Bedingung für Dein Heil, deine Beziehung zu Jesus, sondern bete aus ernsthaftem Herzen immer die Worte mit: "Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe". Und dann vertraue Jesus, dass er handeln wird - und sei gespannt, wie und was er tun wird. Fragen & Antworten bei Nikodemus.net
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