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In acht Lektionen zum Selbststudium oder für Hauskreise: Der Bibelgrundkurs "Gottes Weg zum Heil". Ein chronologischer Überblick, der Gottes Heilsgeschichte von 1. Mose bis zur Offenbarung beschreibt. Mehr...

Das Ende wird zum Anfang PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Walter Undt   

Manchmal habe ich das Gefühl, die Apostelgeschichte ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Der Heilige Geist kommt, aus Angsthasen werden Wunderprediger und wo immer diese

hinkommen, bricht eine unbesiegbare Erweckung aus. Die erste Gemeinde, die erste Christenheit hat so etwas wie einen glorifizierten Anstrich.
Gefühle können uns gewaltige Streiche spielen. Darum bin ich froh, dass Gott uns sein Heil nicht zuerst fühlen lässt, sondern dass wir es schwarz auf weiß nachlesen können. Beim genauen Lesen können wir feststellen, dass auch in der ersten Gemeinde nicht alles so einfach war und so glatt lief.

Überhaupt nicht mehr glatt war es in Jerusalem gelaufen. Die Erweckung hatte durch eine massive Verfolgung ein abruptes Ende gefunden. Aus der Traum. Es gab keine Freiheit mehr, das Evangelium zu verkündigen. Wer es dennoch tat, spielte mit seinem Leben. Viele Christen flohen aus Jerusalem. Sie wurden zerstreut, heißt es. Sie waren heimatlos und hatten zugleich ihre Gemeinde verloren.

Was würden wir in einer ähnlichen Situation tun?
Vielleicht würden einige sich verstecken und betend darauf warten, dass das alles sich irgendwann wieder beruhigt. Andere würden sich einschließen und auf das Ende warten. Wenn es in der Welt schon so schlimm ist, dann muss Jesus ja jetzt wiederkommen. 
Wie viele würden wohl den Mut nicht verlieren und ohne Rücksicht auf das eigene Leben weiterhin von Jesus erzählen?

Genau das taten die Zerstreuten: Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und predigten das Wort.  - so steht es geschrieben. Von Philippus, einem dieser Zerstreuten, erfahren wir nun etwas mehr. Philippus war einer von den sieben Diakonen, die die Gemeinde in Jerusalem gewählt hatte. Sie sollten die Apostel im diakonischen Bereich, wie z.B. bei der Armenspeisung, unterstützen. Die Apostel wollten so wieder mehr Freiraum zum Predigen und Beten bekommen.

Dieser Philippus kommt nun nach Samaria. Dort kann er seiner Berufung als Diakon nicht mehr nachgehen - dafür predigt er von Jesus Christus. Seine Predigt wird von Zeichen begleitet: Besessene werden frei, gelähmte und verkrüppelte Menschen gesund. Viele Menschen beginnen an Jesus zu glauben, lassen sich taufen. Was für eine fantastische Erfahrung für den „Diakon“ Philippus.

Was Philippus hier erlebt, macht mich aber auch hellhörig und nachdenklich:
Die Erweckung bricht nicht aus, weil die Gemeinde in Jerusalem gefastet und gebetet hat, sondern weil sie verfolgt wurde. Man könnte auch sagen: So lange es der Gemeinde gut ging, kam sie nicht auf die Idee, die Anweisung Jesu vollständig in die Tat umzusetzen. 
Bei seinem Abschied hatte Jesus seinen Jüngern gesagt (Apg 1,8): Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
Bis zu der „Zerstreuung“ hatten die Jünger sich allein auf Jerusalem konzentriert. Das lag ja auch nahe: Es kamen täglich Menschen dazu. Die Gemeinde wuchs rasant. Man war ein Herz und eine Seele, traf sich im Tempel und in Hauskreisen, feierte das Abendmahl. Es war irgendwie alles so schön.

Hellhörig und nachdenklich macht mich, dass die Evangelisierung der Welt erst durch eine Verfolgung, durch eine große Not, durch das Ende eines liebevollen, friedlichen Miteinanders in Schwung kam. Ich frage mich manchmal, ob wir darum so wenig Erweckung erleben, weil es uns so gut geht, oder weil wir es uns so gut gehen lassen.

Für Philippus war diese gute Zeit sehr schnell zu Ende gegangen. Ob er wusste, wohin er da geflohen war, verrät uns der Bibeltext nicht. Jedenfalls kommt er in eine Gegend, in der Zauberei und Okkultismus absolut „IN“ sind. Hier verfügt der Zauberer Simon über eine große Schar Anhänger. Er weiß seine Zauberkünste geschickt in den Vordergrund zu stellen und seine Anhänger von ihm abhängig zu machen. Dass Zauberei kein harmloses Spiel ist, sondern okkulte Abhängigkeiten schafft, erlebt nun Philippus. Mit lautem Geschrei, so heißt es hier, verlassen die unreinen Geister die Menschen, die der Botschaft von Jesus Glauben schenken.
Auf die Befreiung folgen die Freude und das Bekenntnis: Sie lassen sich auf den Namen Jesus Christus taufen.

Nicht schlecht gestaunt haben wird Philippus, als unter diesen Gläubigen auch der Zauberer Simon auftaucht und sich ebenfalls taufen lässt.
Ich staune mit: Was Jesus aus einer Verfolgung, einer Flucht und einem Diakon alles machen kann.

Doch auch hier wird wieder deutlich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Bezeichnenderweise heißt es im Bibeltext: Simon hängt sich nun an Philippus. Und mir wird deutlich, was Jesus mit einer Aussage meinte, die im Matthäusevangelium (7,20-21) steht:
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! , in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.

Was für ein Drama liegt in dieser Erweckung verborgen. Da hat man den Eindruck, dass der Zauberer Simon endlich seinem Namen gerecht geworden ist: Simon bedeutet „Gott hat erhört“. Aber dann hängt sich dieser Simon nicht an Jesus, sondern an Philippus. Er ist begeistert von dem, was Philippus tut. Es sieht ganz danach aus, als ob Simon nicht wirklich bekehrt ist, sondern sich nur einem noch größeren Zauber unterstellt. Was Philippus tun kann, kann er selber nicht. Nun will er von Philippus lernen. Seine negative Absicht ist dabei zunächst noch nicht so klar zu erkennen. Unübersehbar wird sie, als Petrus und Johannes aus Jerusalem kommen.

Die Erlebnisse in Samaria haben in Jerusalem die Runde gemacht. Die verantwortlichen Apostel machen sich auf den Weg, um zu sehen, was aus ihrem Diakon geworden ist. Sie kommen und greifen ihm unter die Arme. Wieder ist Simon dabei - und als er sieht, wie durch Petrus und Johannes Menschen vom Heiligen Geist erfüllt werden, bricht seine fromme Fassade zusammen. Er bietet Geld an, damit er dieselben Möglichkeiten bekommt. Selbst die klare Rüge und die ernste Ermahnung, endlich Buße zu tun und sich ganz an Jesu zu hängen, führen nicht zur Einsicht. Simon schafft es nicht und bittet nur darum, dass andere für ihn beten, damit ihm nichts passiert.

So nah liegen auch im Dienst für Jesus Erfolg und Misserfolg zusammen:
Da hat Philippus vielleicht gehofft, dass mit einem Jünger, der mal Zauberer war, der ganz große Durchbruch geschehen ist. Am Ende ist das alles ein Irrtum. Frommsein und Taufe nützen einem nichts, wenn das Herz nicht Jesus gehört.

Auf der anderen Seite ist das Ende des schönen Gemeindelebens in Jerusalem nicht das Ende des Wirkens Gottes. Vielmehr wird aus dem Ende ein neuer, größerer Anfang. Das Projekt Weltmission beginnt damit, dass die Gemeinde in Jerusalem verfolgt wird.

Daher kommt mein anfangs erwähntes Gefühl, dass meine Gefühle mir im Blick auf das Wirken Gottes kräftige Streiche spielen können. Nicht nur beim Lesen der Bibel, sondern auch in meiner Beurteilung von Menschen und Situationen. Als absolut befreiend erlebe ich es darum, dass nicht ich, sondern Jesus der Herr der Welt und seiner Gemeinde ist. Dankbar darf ich ein Teil dieser Gemeinde sein - ihm dienen, da wo er mich hingestellt hat. Nicht die Umstände haben mich an meinen Platz geführt, sondern der Herr. Und darum will ich ihm dort dienen, wo er mich - wie auch immer - hingeführt hat.

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Dieser Beitrag wurde im ERF-Radio am 10.6.13 in der Rubrik "Bibel Heute" ausgestrahlt.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 19. April 2013 um 15:50 Uhr
 
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