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In acht Lektionen zum Selbststudium oder für Hauskreise: Der Bibelgrundkurs "Gottes Weg zum Heil". Ein chronologischer Überblick, der Gottes Heilsgeschichte von 1. Mose bis zur Offenbarung beschreibt. Mehr...

Begegnung mit Gott (Jes. 6,1-13) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Walter Undt   

 

Begegnungen mit Gott (Jesaja 6,1-13)

 

Wie stellen Sie sich Ihre ganz persönliche Begegnung mit dem Gott vor, der Himmel und Erde gemacht hat? Haben Sie sich darüber schon einmal Gedanken gemacht, wie das wohl sein könnte?

Kann man sich das überhaupt realistisch vorstellen?

Manchmal wundere ich mich schon über die Vorstellungen die es dazu gibt. Ich denke an Menschen, die sich eine Begegnung mit Gott so vorstellen, als ob sie einem Kumpel auf der Straße begegnen. Andere haben mir gesagt, sie würden Gott dann mal „so richtig ihre Meinung geigen“, also Dampf ablassen, über alles Unrecht und Schlimme, das er zugelassen hat.

Ehrlich gesagt: So richtig vorstellen, wie das einmal sein wird, kann ich es mir auch nicht. Am besten gelingt mir das noch, wenn ich mir Gott so vorstelle, wie er uns im Neuen Testament in Jesus begegnet. Da ist er ein Gott zum Anfassen geworden.

Je länger ich über diese Frage nachdenke, um so mehr komme ich immer an den einen Punkt: Gott ist groß - und damit viel größer als meine gesamte Vorstellungskraft! In der Bibel finden wir ein paar Berichte über Menschen, die Gott begegnet sind. Wir können lesen, wie das für sie war und was sie dabei erlebt haben. Eine dieser Begegnungen ist uns von Jesaja überliefert. Sie fand vor ungefähr 2750 Jahren statt:


Jesaja 6,1 In dem Jahr, als der König Usija starb, sah ich den Herrn sitzen auf einem hohen und erhabenen Thron und sein Saum füllte den Tempel. 2 Serafim standen über ihm; ein jeder hatte sechs Flügel: Mit zweien deckten sie ihr Antlitz, mit zweien deckten sie ihre Füße und mit zweien flogen sie. 3 Und einer rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll! 4 Und die Schwellen bebten von der Stimme ihres Rufens und das Haus ward voll Rauch.

5 Da sprach ich: Weh mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen und wohne unter einem Volk von unreinen Lippen; denn ich habe den König, den Herrn Zebaoth, gesehen mit meinen Augen.

6 Da flog einer der Serafim zu mir und hatte eine glühende Kohle in der Hand, die er mit der Zange vom Altar nahm, 7 und rührte meinen Mund an und sprach: Siehe, hiermit sind deine Lippen berührt, dass deine Schuld von dir genommen werde und deine Sünde gesühnt sei. 8 Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!

9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet’s nicht; sehet und merket’s nicht! 10 Verstocke das Herz dieses Volks und lass ihre Ohren taub sein und ihre Augen blind, dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.

11 Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt. 12 Denn der Herr wird die Menschen weit wegtun, sodass das Land sehr verlassen sein wird. 13 Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals verheert werden, doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.

Es gibt einige Berichte in der Bibel, in denen versucht wird zu beschreiben, wie Gott ist. Gemeinsam haben sie alle, dass wir als Leser spüren: unsere Sprache reicht nicht aus, um das zu beschreiben, wie Gott ist. Auch Jesajas Worte wirken wie ein hilfloser Versuch, die Größe Gottes in Worte zu fassen. Versuchen Sie einmal, es sich jetzt bildlich vorzustellen, wie Jesaja hier Gott beschreibt:

Gott sitzt auf dem Thron, sein Saum erfüllt den ganzen, großen und hohen Tempel. Serafim, feurige Gestalten mit sechs Flügeln, stehen über ihm und rufen einander mit so lauter Stimme zu, dass alles bebt: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen! Die ganze Welt ist voll von seiner Ehre!“. Dabei durchzieht ein angenehm duftender Rauch den Tempel.

Wenn Sie schon einmal in einem Fußballstadion waren, werden Sie miterlebt haben, wie das ist, wenn die Zuschauertribüne vom gleichmäßigen Klatschen bebt und wie die Stimmung heiß wird, wenn tausende Menschen gleichzeitig singen oder rufen.

So ähnlich, nur noch größer, lauter und vor allem schöner wird es Jesaja hier erlebt haben.

Ganz plötzlich ist er mitten drin im Geschehen, erlebt er unerwartet die Gegenwart Gottes.

Aber nach Jubel ist ihm zunächst überhaupt nicht zumute! Im Gegenteil. Panische Angst umschlingt ihn, würgt ihm die Kehle zu und lässt ihn in Todesangst erzittern.

Wieso das?

In der Begegnung mit dem lebendigen Gott erkennt Jesaja, was für ein Typ er ist. Jesaja sieht die Serafim, die schuldlosen Wesen, die über Gott fliegen. Sie bedecken ihre Augen und Füße mit Flügeln. Und Jesaja begreift: Die fühlen sich nicht würdig, Gott auch nur anzusehen oder von ihm angesehen zu werden. Gleichzeitig sind sie in ständiger Flugbereitschaft für Gott - dafür stehen die beiden Flügel, mit denen sie fliegen.

Im Kontrast dazu sieht sich Jesaja. Er sieht Gott und begreift, wer er ist: Einer, aus dessen Mund viel Böses herauskommt. „Ich bin unreiner Lippen und gehöre zu einem Volk, das sich mit seinem Mundwerk ebenso schuldig macht“, lautet die Selbsterkenntnis. Indem Jesaja das aber nicht nur denkt, sondern auch laut vor Gott ausspricht, bleibt es nicht nur eine Selbsterkenntnis, vielmehr wird es zu einem Schuldbekenntnis.

In diesem Moment weiß Jesaja: Ich habe den Tod verdient. Ich habe nichts, überhaupt nichts, mit dem ich vor diesem Gott bestehen könnte.

Was für ein Kontrast ist das, zwischen dem, wie Jesaja seine Gottesbegegnung erlebt und uns schildert und dem, wie man heute landläufig über diesen Gott redet. Wie viele Menschen spucken große Töne, wenn sie darüber reden, was sie Gott alles an den Kopf werfen wollen, oder wo sie sich einbilden, dass Gott mit Ihrem Leben sicher zufrieden sei.

Doch dieser ganze Selbstbetrug, dieser ganze Hochmut wird dann wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen, wenn Menschen, wie Jesaja, dem lebendigen Gott in die Augen sehen. Wenn der Schöpfer und Richter der Welt vor uns steht, dann weicht jeder menschliche Hochmut einer unglaublich tiefen Todesangst, geboren aus der Erkenntnis meiner Sünde.

Wie geht Gott damit um?

Er tut nichts. Eines dieser feurigen Wesen, die ständig für Gott in Bewegung sind, fliegt zum Altar, holt mit einer Zange eine feurige Kohle und berührt damit die unreinen Lippen Jesajas. „Hiermit ist deine Schuld vergeben, deine Sünde ist gesühnt“, hört Jesaja den Serafim sagen.

Vom Altar her kommt die Vergebung. Etwa 800 Jahre später wird Jesus sich opfern, um denen vergeben zu können, die wie Jesaja ihre Schuld vor Gott bekennen. Seit Jesus ist kein Altar mehr nötig, auch keine feurige Kohle, die uns berühren muss. Nötig bleibt dagegen, dass wir in der Begegnung mit Gott unsere Stellung vor ihm erkennen, unsere Schuld eingestehen und sie vor Gott aussprechen, ihm bekennen.

Wir werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dann keinen Serafim sehen, der uns die Vergebung zuspricht. Aber wir haben das Wort Gottes in Jesus, dass er uns vergibt.

Diese tiefe, erlösende Befreiung erlebt Jesaja. Mir fällt in dieser Schilderung auf, dass zwar für Jesaja seine Schuld das größte Problem war, aber nicht für Gott. Gott löst Jesajas Problem ganz nebenbei. Ob Gott manchmal nur noch darauf wartet, die Blockaden unserer Schuld lösen zu können, um zum Eigentlichen zu kommen?

Ich finde es jedenfalls herrlich befreiend, wie Gott hier Jesaja vergibt, um ihm dann ein wirkliches Problem, nämlich Gottes Problem vorzustellen:

Gott sieht eine Welt, die heillos ist, ein Volk, das seinen Gott nicht mehr kennt, und er sucht dringend Boten, die er schicken kann.

Gott fragt Jesaja nicht direkt: „Hey Jesaja, ich brauche dich. Komm, marschiere los!“. Nein, Gott nimmt Jesaja in seine Sichtweise der Welt hinein. Er öffnet Jesaja die Augen für das, was sein großes Problem ist: Er sucht Menschen, die sich senden lassen.

Was war das doch für eine Steilvorlage für Jesaja. Hätte Gott es Jesaja leichter machen können, sich selbst außen vor zu lassen? Ich wüsste nicht wie. Hunderte von Ideen hätte Jesaja vorbringen können, wie Gott zu Boten kommen kann, ohne sich selbst ins Spiel bringen zu müssen. Frei nach dem Motto: „Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt, der ist verrückt!“  Stattdessen sagt Jesaja: „Hier bin ich - wenn Du willst, gehe ich!“

Gott will. Gott freut sich, wenn seine Leute nicht nur beten: „Deine Wille geschehe“, sondern wenn sie auch die ersten sind, die ihn tun. Ja, Jesaja darf Gottes Bote sein. Er, der eben noch an seiner Schuld verzweifelt ist, der sich nicht unter die Augen Gottes traute, bekommt nun gesagt: Du sollst mein Bote sein!

Gott möchte sich so auch über Sie und mich freuen. Darum möchte ich Ihnen Mut machen: Suchen sie die ehrliche, offene Begegnung mit unserm Gott. Haben Sie den Mut, sich dem zu stellen, was Sie von Gott trennt - und erleben Sie seine Vergebung! Gott könnte auch ohne Sie und mich zurechtkommen, aber er will es nicht. Das ist eine echte Chance für uns!

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 12. November 2010 um 16:15 Uhr
 
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Das Wort

Das Wort für Montag, 18. Dezember 2017

Sadrach, Mesach und Abednego sprachen zum König Nebukadnezar:

Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen erretten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand erretten, o König!

Daniel 3,17

Wir können zuversichtlich sagen: »Der Herr ist mein Helfer, und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte.«

Hebräer 13,6

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