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In acht Lektionen zum Selbststudium oder für Hauskreise: Der Bibelgrundkurs "Gottes Weg zum Heil". Ein chronologischer Überblick, der Gottes Heilsgeschichte von 1. Mose bis zur Offenbarung beschreibt. Mehr...

Zur Freiheit berufen (1. Mose 2,4-17) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   

Es war zu der Zeit, da Gott der Herr Erde und Himmel machte. 5 Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der Herr hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute;  6 aber ein Nebel stieg auf von der Erde und feuchtete alles Land. 7 Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

8 Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte. 9 Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. 10 Und es ging aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilte sich von da in vier Hauptarme.

11 Der erste heißt Pischon, der fließt um das ganze Land Hawila und dort findet man Gold;  12 und das Gold des Landes ist kostbar. Auch findet man da Bedolachharz und den Edelstein Schoham. 13 Der zweite Strom heißt Gihon, der fließt um das ganze Land Kusch. 14 Der dritte Strom heißt Tigris, der fließt östlich von Assyrien. Der vierte Strom ist der Euphrat.

15 Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 16 Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, 17 aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

1. Mose 2,4b-17

 

Denken Sie jetzt bitte einen kurzen Moment nach: An welcher Stelle dieses Bibeltextes sind Ihre Gedanken hängen geblieben?

...

Als ich diesen Bibeltext las, blieben meine Gedanken bei dem verbotenen Baum hängen. Warum nur hat Gott dieses Verbot ausgesprochen? Was war das Besondere an diesem Baum - und wie schön wäre es gewesen, wenn es diesen Baum nicht gegeben hätte.  Schnell und unwillkürlich kreisten meine Gedanken um diesen einen verbotenen Baum. Wie schön könnte das Leben sein, wenn es diesen Baum nicht gegeben hätte....

Waren das auch ihre Gedanken?

Vielleicht - vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls wurde mir bewusst, wie schnell und dominierend das Verbotene sich in unseren Gedanken festsetzt. Da habe ich ein ganzes Parkhaus mit hunderten von Parkplätzen vor mir - und ich ärgere mich, dass die besten Parkplätze für Gehbehinderte oder Mütter mit Kleinkindern reserviert sind. Obwohl ich das eigentlich gut finde, bleibt doch mein Blick an diesem Verbot hängen. Ist das nicht verrückt?

Schon im Kindesalter fängt das an: Sobald die Eltern ein Verbot ausgesprochen haben, wird genau das Verbotene interessant. Die Gedanken beginnen zu kreisen, wie man das Verbot umgehen kann. Solange etwas erlaubt ist, ist es ja langweilig. Nicht die große Freiheit fasziniert, sondern das eine Verbot.

Das Paradies: Zur Freiheit berufen

Ich möchte Ihren Blick jetzt weg von diesem Baum lenken. Versuchen Sie sich einmal vorzustellen, wie dieser Garten ausgesehen haben könnte. Dieser Garten, von dem es heißt: „Und Gott der Herr ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen.“

In diesem Garten gab es viele Bäume mit herrlichen Früchten. Früchte, bei deren Anblick einem das Wasser im Mund zusammen läuft! Denken Sie dabei an das Obst, das Sie am liebsten essen: Da gab es vielleicht dicke, rote, saftige Kirschen, gut geformte, appetitliche Birnen, süße Äpfel, pralle Pflaumen, makellose Orangen, gerade Bananen....

Nein, ich denke nicht, dass die Bananen gerade waren. Aber ich gehe davon aus, dass alle Früchte makellos waren, ohne Faulstellen, ohne Würmer, ohne Flecken. Der ganze große Garten war so, wie jeder Hobbygärtner es sich wünschen würde: makellos und ohne jedes Unkraut: paradiesisch eben.

Und dann, als dieser Garten fertig war, setzte Gott den Menschen hinein. Gott vertraut dem Menschen sein Meisterwerk an.

Wem vertrauen Sie die Dinge an, die Ihnen wertvoll und lieb sind? Wer darf Ihre kostbaren, selbst gestickten Decken anfassen oder mit dem teuer bezahlten Auto fahren? Sicher nicht jeder!

Der Mensch ist für Gott kein beliebiger „Jeder“. Als Gegenüber hat Gott ihn geschaffen. Mit seinem Atem hat Gott sein Leben in ihn hineingelegt. Der Mensch ist Gottes Liebe. Für diesen Menschen hat Gott einen atemberaubend schönen, lustvollen Garten angelegt. Diesen Garten stellt Gott ganz dem Menschen zur Verfügung. Der Mensch bekommt den Freiraum, diesen Garten in eigener Verantwortung zu bearbeiten. Gott redet da nicht rein, der Mensch darf alles nutzen, was Gott gemacht hat. Er darf von der Fülle des Paradieses leben. Alles darf er tun und lassen. Alles - bis auf eine einzige, winzige Ausnahme: Die Frucht vom Baum der Erkenntnis darf er nicht anrühren.

Da hat der Menschen nun die ganze Fülle der guten Früchte im Garten vor Augen - und trotzdem wird ihm ausgerechnet jener verbotene Baum zum Verhängnis.

War das nicht gemein, dass Gott diesen Baum im Paradies wachsen ließ?

Das Paradies: Freiheit mit Einschränkung

Immer wieder fragen mich Menschen, warum Gott dieses Verbot ausgesprochen hat. War das nicht wirklich gemein von Gott, weil er doch wissen musste, dass der Mensch diesem Verbot nicht würde widerstehen können? Wäre nicht ein Paradies erst dann ein Paradies, wenn es dort keine Verbote gäbe?

Ich möchte es einmal von einer anderen Seite betrachten: Wo bliebe die Freiheit, wenn der Mensch keine Möglichkeit hätte, sich gegen Gott zu entscheiden? Was ist eine Liebe wert, die lieben muss, weil sie keine Alternative hat?

Gerade die eingeschränkte Freiheit des Paradieses bedeutet Freiheit. Es ist die Freiheit, die Gott seinem geliebten Menschen zugesteht, sich für oder auch gegen ihn zu entscheiden. Erst der verbotene Baum ermöglicht es dem Menschen, einen Weg ohne Gott zu wählen. Der Name des Baumes beschreibt dabei die Folgen: Der Mensch, der bis dahin nur das Gute kennt, bekommt eine Bewusstseinserweiterung. Er wird auch das Böse kennen lernen. Der Preis für diese Erkenntnis ist kein Geheimnis: Die Trennung von Gott, der Tod.

Ohne die Möglichkeit, sich gegen Gott zu entscheiden, wäre die Freiheit des Menschen nicht möglich. Der Mensch wäre gezwungen, eine Marionette Gottes zu sein. Er könnte nur das tun, was Gott will - ohne Alternative. Gottes Liebe ist aber so rein, so groß, dass das für ihn kein Weg ist. Er liebt und möchte freiwillig geliebt werden. Darum ist gerade der verbotene Baum der Punkt, wo die Freiheit nicht eingeschränkt, sondern vollkommen wird.

Heute ist das Paradies Geschichte. Und doch bleibt es eine Geschichte, die uns herausfordert. Denn damals wie heute haben wir Menschen so unsere Probleme damit, die Freiheit zu entdecken, die Gott uns gibt. Dafür sehen wir um so stärker auf die Grenzen und Verbote.

Unverändert geht es Gott zuerst um die Beziehung zu uns. Es ist nicht eine Frage des Gesetzes, sondern der Liebe. Gott liebt und wirbt um meine Liebe. Der erste Mensch hat Gott nicht über alles geliebt und damit das Paradies und die Gemeinschaft mit Gott verloren. Er war blind geworden für die Fülle, die Gott ihm an Früchten und Bodenschätzen gegeben hatte. Er wollte mehr - mehr als Gott ihm gegeben hatte, mehr als die Gemeinschaft mit Gott. So verlor der Mensch alles.

Dann sandte Gott Jesus, seinen Sohn. In unüberbietbarer Art und Weise demonstrierte er uns, wie sehr Gott uns immer noch liebt, immer noch an uns interessiert ist, immer noch Gemeinschaft, Beziehung zu uns will. Jesus gibt uns neu die Freiheit, das Gute zu tun und das Böse zu lassen. Leben wir diese Freiheit?

Kennen Sie den Satz: „Als Christ darf ich nicht mehr....“?

Aussagen wie diese zeigen, dass ich keinen Blick mehr für den Reichtum und die Vielfalt habe, die Gott mir gibt. Im Gegenteil: mein Blick ist von dem verbotenen Baum gefesselt, von der Grenze, die das Ende für das Gute bedeutet.

Mein Gott will, dass ich das Leben im Überfluss habe. Seine Liebe enthält mir nichts vor, was gut und hilfreich für mich ist. Seine Liebe möchte mich vor dem Bösen bewahren, das mich zerstören wird.

Adam und Eva entdeckten das erst, als es zu spät war, als sie ihre Freiheit verloren hatten. Jesus ermöglicht eine neue Freiheit. Eine Freiheit, in der ich ja sagen kann zu meinen Gaben und Grenzen. Eine Freiheit, in der ich alles nutzen kann, was Gott in mein Leben an guten Dingen hineingelegt hat und eine Freiheit, in der ich die Grenzen akzeptieren kann, die gut für mich sind.

Ich wünsche es Ihnen und mir, dass wir neu den Reichtum und die Freiheit des Lebens mit Gott entdecken und unser Blick frei wird von der Faszination des Verbotenen.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. Dezember 2010 um 13:13 Uhr
 
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Das Wort

Das Wort für Montag, 18. Dezember 2017

Sadrach, Mesach und Abednego sprachen zum König Nebukadnezar:

Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen erretten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand erretten, o König!

Daniel 3,17

Wir können zuversichtlich sagen: »Der Herr ist mein Helfer, und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte.«

Hebräer 13,6

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