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In acht Lektionen zum Selbststudium oder für Hauskreise: Der Bibelgrundkurs "Gottes Weg zum Heil". Ein chronologischer Überblick, der Gottes Heilsgeschichte von 1. Mose bis zur Offenbarung beschreibt. Mehr...

Prototyp Melchisedek PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   

In der Autobranche nennt man sie die Prototypen. Das sind neue Autos, die man im Prinzip kaufen könnte. Sie kommen aber noch nicht in den Handel, weil man noch das eine oder andere Detail ändern muss. Der Hintergrund ist, dass man ein gutes, sicher funktionierendes Produkt auf den Markt bringen möchte. Mit solchen Prototypen kann man auch schon vieles machen, aber es fehlt noch das entscheidende Etwas.
Ganz ähnlich beschreibt der Verfasser des Hebräerbriefes das alttestamentliche, levitische Priestertum. Das Priestertum hatte die Aufgabe, Menschen mit Gott zu versöhnen. Dazu gehörte, dass für menschliche Schuld stellvertretend ein unschuldiges Tier bluten musste. Ebenso gehörte dazu der Hohepriester. Einmal im Jahr, am großen Versöhnungstag, war es seine Aufgabe, stellvertretend das Volk mit Gott zu versöhnen:
Hebräer 7, 11-22
Wäre nun die Vollendung durch das levitische Priestertum gekommen — denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen -, wozu war es dann noch nötig, einen andern als Priester nach der Ordnung Melchisedeks einzusetzen, anstatt einen nach der Ordnung Aarons zu benennen?
12 Denn wenn das Priestertum verändert wird, dann muss auch das Gesetz verändert werden. 13 Denn der, von dem das gesagt wird, der ist von einem andern Stamm, von dem nie einer am Altar gedient hat. 14 Denn es ist ja offenbar, dass unser Herr aus Juda hervorgegangen ist, zu welchem Stamm Mose nichts gesagt hat vom Priestertum.
15 Und noch klarer ist es, wenn, in gleicher Weise wie Melchisedek, ein anderer als Priester eingesetzt wird, 16 der es nicht geworden ist nach dem Gesetz äußerlicher Gebote, sondern nach der Kraft unzerstörbaren Lebens. 17 Denn es wird bezeugt: »Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.«
18 Denn damit wird das frühere Gebot aufgehoben — weil es zu schwach und nutzlos war; 19 denn das Gesetz konnte nichts zur Vollendung bringen -, und eingeführt wird eine bessere Hoffnung, durch die wir uns zu Gott nahen.  20 Und das geschah nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid Priester geworden, 21 dieser aber durch den Eid dessen, der zu ihm spricht: »Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in Ewigkeit.«  22 So ist Jesus Bürge eines viel besseren Bundes geworden.
Die Gottesdienste in Jerusalem liefen anders ab als unsere heute. Wollten die Juden zu ihrem Versammlungsort, dem Tempel gehen, mussten sie zuerst am Brandopferaltar vorbei. Das war kein hygienisch angenehmer Spaziergang. Sie erlebten hautnah, wie für ihre Sünden ein Tier bluten musste. Sie sahen das Tier an ihrer Stelle sterben, hörten die Todesschreie und sahen es auf dem Altar verbrennen. Mit diesem Gestank des brennenden Fleisches in der Nase erreichten sie dann den Tempel, in dem Gottesdienst gefeiert wurde.
Mit den Augen, Ohren und der Nase bekamen es die Gläubigen zur Zeit des Alten Testamentes mit, welche schwerwiegenden Folgen die Sünde mit sich bringt. Gleichzeitig erlebten sie aber auch die Befreiung und den Segen, dass nicht sie für ihre Sünden büßen und sterben mussten, sondern ein anderer.
Das kennzeichnete das levitische Priestertum nach der Ordnung Aarons zur Zeit des Alten Testamentes.
Dieses Priestertum wird uns im Hebräerbrief nun als ein Prototyp dessen beschrieben, worauf Gott in Jesus hinauswollte. Der Opferkult des alten Testamentes hatte für die Zeit vor Jesus seine Berechtigung und göttliche Bestimmung. Aber er war nur ein Vorläufer von dem, was dann wirklich kommen sollte: universelle Vergebung durch ein Opfer, dass alle anderen Opfer überflüssig machen würde. Diese Ablösung kam nicht aus heiterem Himmel. Wir finden schon im Alten Testament eine Fülle von Hinweisen, dass etwas Besseres, ewig Gültiges kommen wird. Ich finde es spannend, unter diesem Blickwinkel das Alte Testament zu betrachten. Diese Hinweise auf Jesus zu finden, fällt uns viel leichter als den Menschen damals. Aber sie konnten sie auch finden - und sie schrieben sie auch auf.
Bevor ein neues Auto als Prototyp vorgestellt wird, durchläuft es zahlreiche Entwicklungsstufen und Testreihen. Am Ende der Testreihen steht der Alttagstest. Dann werden die Fahrzeuge durch Klebefolien so verschleiert, dass man nicht richtig erkennen kann, zu welcher Marke das Fahrzeug gehört. Der Hersteller lässt sich noch nicht in die Karten schauen. Er will im Verborgenen erst alles fertig vorbereiten, ehe er ein funktionierendes Auto auf den Markt bringt. „Erlkönige“ nennt man solche Autos auch. Man kann sie auch nicht ganz geheim halten. Wer Autozeitschriften liest, begegnet immer wieder der Freude und Begeisterung von Reportern, die solch ein Auto aufgespürt haben.
Wie so ein „Erlkönig“ taucht in der Bibel auch der Priester nach der Ordnung Melchisedeks auf. Er ist ein noch ganz schwer erkennbarer Vorläufer von dem, was dann in Jesus wirklich kommen wird. Wir finden auch nur ganz wenige Aussagen über ihn. So bleibt er ein Geheimnis, das auf mich wie so ein „Erlkönig“ wirkt. Er muss so beeindruckend gewesen sein, dass das Wenige dann auch aufgeschrieben wurde.
Melchisedek begegnet Abraham, als dieser seinen Neffen Lot aus höchster Gefahr befreit hat. Abraham ist dabei auch so etwas wie der „Erlkönig“ oder Prototyp des Gläubigen nach dem Neuen Testament. Ihm bringt Melchisedek, der dort als „Priester des Höchsten“ genannt wird,  Brot und Wein mit und segnet Abraham. Im Abendmahl segnet Jesus uns auch im Brot und Wein, dass er mit seinem Leib und seinem Blut verbindet. Beides setzte er ein, um uns mit Gott versöhnen zu können.
Im 110. Psalm gibt es noch einen weiteren geheimnisvollen Hinweis auf die Bedeutung dieses Melchisedek. Dort heißt es:  (4) Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: „Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.“
Damit sind die Hinweise, die wir auf das Geheimnis Melchisedeks haben, erschöpft.   Aber er ist so ein Erlkönig, der so aufgefallen ist, dass Mose diese Begegnung aufgeschrieben hat und der Psalmist einen weiteren Hinweis hinzufügte.
Sichtbar wird - und darauf bezieht sich der Abschnitt im Hebräerbrief -, dass nicht der Opferkult im Alten Testament die Erlösung für unsere Menschheit bedeutet. Vor Jesus gab es keine andere Möglichkeit, Vergebung zu bekommen. Darum war das damals der einzig gangbare Weg. Doch dieser Prototyp wurde abgelöst durch das „fertige Produkt“ - durch Jesus, den Christus.
Hier hinkt nun kräftig das Bild aus der Fahrzeugindustrie, weil dort auch bei serienreifen Fahrzeugen immer noch Fehler und Mängel in Erscheinung treten. Bei Jesus ist das nicht der Fall. Er ist das Ziel, das Gott schon von Anfang an vor Augen hatte. Genau darum sagte er Adam und Eva direkt nach ihrem Sündenfall zu, dass ein Nachkomme Evas die Sünde besiegen würde.
Jesus ist keine Nachbesserung von Fehlversuchen, sondern das Ziel, auf das Gott zielstrebig zugegangen ist. Jesus ist auch keine Alternative geworden zu dem Opferkult des Alten Testamentes. Ich habe nicht die Auswahl: entweder opfere ich, oder ich glaube an Jesus. Nein! Jesus ist der Priester in Ewigkeit. Melchisedek war ein Hinweis darauf, eben ein Prototyp!
In Jesus hat das blutige Opfern von Tieren ein Ende gefunden, weil sein Opfer durch nichts zu überbieten ist. In ihm persönlich ist diese ewige, priesterliche Ordnung sichtbar geworden. Alles, was vor Jesus war, war nur ein Hinweis auf ihn, der einmal kommen würde.
Inzwischen kam Jesus, und diese ursprüngliche Ordnung Gottes ist vielfach in dieser Welt sichtbar geworden. Heute kann ich erleben:

  • Jesus segnet die, die ihm glauben, wie Abraham von Melchisedek gesegnet wurde.
  • Jesus ist der Priester in Ewigkeit! Die Versöhnung, die er durch sein Leiden und Sterben geschaffen hat, braucht keine Wiederholung. Er kann alle unsere Schulden tilgen.
  • Jesus stärkt die, die ihm ihr ganzes Leben anvertrauen, nach dem Vorbild Abrahams: Er gibt Brot und Wein als Segensgeschenk, als Stärkung auf dem Weg durch dieses Leben.


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 07. Mai 2010 um 12:29 Uhr
 
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Sadrach, Mesach und Abednego sprachen zum König Nebukadnezar:

Unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen erretten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand erretten, o König!

Daniel 3,17

Wir können zuversichtlich sagen: »Der Herr ist mein Helfer, und deshalb fürchte ich mich nicht vor dem, was ein Mensch mir antun könnte.«

Hebräer 13,6

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