| Im Unsichtbaren wächst es |
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| Geschrieben von: Walter Undt |
Im Herbst habe ich einen Sack mit Blumenzwiebeln gekauft. Vor einiger Zeit entdeckte ich ihn wieder. Ich hatte vergessen, die Blumenzwiebeln im Herbst in die Erde zu stecken. Dafür haben die Zwiebeln jetzt
schon grüne Ansätze. Sie treiben aus - obwohl die Erde noch fehlt. Inzwischen habe ich die Zwiebeln dahin getan, wo sie hingehören, wo aus ihnen etwas werden kann: in die Erde. Eigentlich ist das eine seltsame Vorgehensweise. Wenn wir etwas säen oder Blumenzwiebeln in die Erde stecken, sorgen wir dafür, dass wir nicht sehen, was passiert. Wir vergraben sie, machen sie für unsere Augen unsichtbar. Das Fantastische dabei ist: Normalerweise kommt immer etwas Gutes und Schönes dabei heraus. Hätte ich die Zwiebeln nicht in die Erde gesteckt, hätte ich zwar zusehen können, welche Veränderungen da vor sich gehen, aber eine so schöne Pflanze wäre dann nicht dabei heraus gekommen. Die Vorgänge in der Natur sind oft so ganz anders als in unserem Alltag. Unsere Zeit ist davon geprägt, dass man möglichst schnell Ergebnisse haben will. Man will sehen, rechnen, messen, zählen können, dass sich etwas tut. Ist das nicht der Fall, regiert der Rotstift. Es wird gestrichen, gekürzt, Betriebe werden geschlossen. Das ist eine ungesunde Entwicklung, die sich in alle Bereiche unseres Lebens eingeschlichen hat: Was für zählbare Ergebnisse bringt mir die Zeit, die ich brauche, um mich um Kinder oder um altgewordene Eltern zu kümmern? Was habe ich von einer Beziehung/Ehe? Alles muss messbar und sichtbar erfolgreich sein. Die Natur spricht eine andere Sprache: In dem Unsichtbaren wächst etwas heran, was langsam, manchmal erst nach langer Zeit sichtbar wird und dann seine Schönheit entfalten kann. Gott spricht dieselbe Sprache. Er zählt auch noch nicht, wie erfolgreich seine Bemühungen sind, mit denen er liebevoll um die Liebe der Menschen zu ihm wirbt. Aber er hat Saatgut verteilt. Er gab uns in der Bibel alle Informationen, die wir brauchen und in Jesus das Umfeld, in dem eine lebendige Beziehung zu Gott wachsen kann. Schon Jesaja (43,19), ein Prophet im AT, sagte:"Schaut nach vorne, denn ich will etwas Neues tun! Es hat schon begonnen, habt ihr es noch nicht gemerkt? Durch die Wüste will ich eine Straße bauen, Flüsse sollen in der öden Gegend fließen." Gott möchte unser Leben durch Wüsten und öde Zeiten wachsen und reifen lassen. Der Nährboden dazu ist unser Verwurzeltsein in seinem Wort und in der Beziehung zu Jesus. Geben wir ihm die Chance und die Zeit, so aus uns etwas einmalig Schönes zu machen! |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 04. März 2010 um 13:13 Uhr |